Kleines Nachschlagewerk Informatik
Urheberrecht bei Software
Worum geht es?
Auch Software fällt unter das Urheberrecht. Der Urheber kann bestimmen, wie mit seinem Werk umgegangen wird. Dies regelt er am besten mit Lizenzen. Hier gibt es bereits eine Menge vorgefertigter Lizenzen, die man nutzen kann. Gerichte akzeptieren diese Lizenzen.
Kostenlose Programme
Viele Programme werden kostenlos angeboten. Das ist von freier Software zu unterscheiden. Kostenlos heißt nur, dass man für die Nutzung nichts zahlen muss. Dabei kann dies noch einmal eingeschränkt sein, so dass z.B. die kostenlose Verwendung nur für Privatpersonen erlaubt ist.

Firmen geben Programme kostenlos heraus, um z.B. Entwickler zu binden oder um Formate zu etablieren. Somit ist dieses scheinbar unkommerzielle Verhalten für Firmen durchaus sinnvoll. Für Privatpersonen lohnt der Aufwand einer kommerziellen Vermarktung oft nicht.
Freie Software
Freiheit bedeutet im Bereich Software wesentlich mehr als nur das Recht auf kostenlose Nutzung. Bei freier Software ist man frei Einige Lizenzen fordern jedoch, dass das neue Produkt wieder den gleichen Regeln unterstellt wird.

Freie Software wird i.A. von freiwilligen und gemeinnützigen Organisationen gepflegt und entwickelt. Heutzutage kann man einen Rechner, der für alle Standardaufgaben gerüstet ist, nur mit freier Software einrichten.

Da hiermit ein Pool von Software geschaffen wird, der gesellschaftliche Teilnahme (Mail, Web etc.) ermöglicht und immer frei zugänglich sein wird, ist die gesellschaftliche Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Leider ist das Wissen über freie Software gerade dort wenig verbreitet, wo sie am meisten nutzen würde.

Richard Stallmann brachte es so auf den Punkt: "free speech, not free beer!"
OpenSource-Software
Wenn man einen Quelltext einsehen kann, kann man zwei Dinge tun. Man kann verstehen, wie das Programm funktioniert und man kann es verändern. Letzteres kann der Behebung von Fehlern oder dem Anpassen an eigene Bedürfnisse dienen, es können aber auch aus Teilen des Quelltextes völlig neue Programme entstehen.

Wörtlich bedeutet OpenSource noch nicht, dass man die Quelltexte verwenden darf. Allerdings wird unter OpenSource als Marke (!) verstanden, dass man den Quelltext einsehen, weitergeben, verändern und in dieser veränderten Form ebenfalls weitergeben darf. Es gibt insgesamt 10 Punkte, die erfüllt sein sollten. Diese findet z.B. in Wikipedia unter OpenSource Definition.

Ein bekannter Streitfall ist z.B. das Verschlüsselungsprogramm PGP. Die Einsicht in den Quelltext ist erlaubt, alle anderen Dinge sind verboten. Die Bezeichnung OpenSource für PGP sorgt deshalb für Ärger. Allerdings gibt es mittlerweile wirklich freie Alternativen.

Da der (ältere) Begriff Freie Software nicht immer klar ist, sollte OpenSource mehr Klarheit bringen. Wie man sieht, war dies nicht immer von Erfolg gekrönt.
Die Free Software Foundation
Die FSF ist eine von Richard Stallmann gegründete Stiftung, die sich um die Entwicklung und Verbreitung von freier Software kümmert. Weiterhin hilft die FSF bei Verstößen gegen die GNU GPL und ähnlich gelagerten Lizenzen.
Public Domain
Wenn ein Programm kostenlos ist, heißt dies noch nicht, dass der Verfasser seine Urheberrechtsansprüche abgibt. Gibt man diese Ansprüche ab bzw. hat keiner diese Ansprüche, so spricht man von öffentlichem Eigentum oder Public Domain.

Es sei darauf hingewiesen, dass dies eher die amerikanische Sicht auf die Dinge ist, man kann nach deutschem Recht das Urheberrecht nicht abgeben. Somit kann man aus deutscher Sicht Public-Domain-Software als frei von Nutzungseinschränkungen begreifen. Frühere Beschränkungen auf nichtkommerzielle Verwertung sind nicht mehr üblich.

In Freeware-Programmen findet man also zuweilen eine Copyright-Zeichen, in Public- Domain-Programmen dagegen nicht. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Public Domain oft verschieden verstanden wird. Man sollte sein Programm sicherheitshalber also nur als Public Domain deklarieren, wenn einem völlig egal ist, was damit passiert, man also auch damit leben kann, dass es der verhasste Nachbar verkauft und damit reich wird.

Der Begriff Public Domain ist deshalb auch zu Recht aus dem Sprachgebrauch fast völlig verschwunden.
Shareware
Shareware-Programme sollten bezahlt werden. Tut mnan es nicht, ist es nicht strafbar, aber unfreundlich gegenüber dem Autor. Oftmals werden mit dem Bezahlen weitere Funktionen freigeschaltet.
Giftware
Giftware ist nicht giftig, sondern als Bezahlung wird ein kleines (lustiges) Geschenk erwartet.