Kleines Nachschlagewerk Informatik
Zum Urheberrecht
Worum geht es?
Hier sollen allgemeine Fragen zum Thema Urheberrecht beantwortet werden, um einen Überblick zu geben. Dies erfolgt in der gebotenen Kürze, da Abituraufgaben ausführliche rechtliche Erörterungen nicht zulassen.
Worauf bezieht sich das Urheberrecht?
Das Urheberrecht umfasst alle Ergebnisse eines (kreativen) Schaffensprozesses. Naheliegend sind Texte, Musikstücke und Computerprogramme. Aber auch Bilder (z.B. Fotografien) sind unabhängig von dem, was sie darstellen, als solche geschützt.

Einspielungen (von z.T. nicht mehr geschützter Musik) oder vorgelesene Texte sind ebenso geschützt, da das Interpretieren ein Schaffensakt ist. Hier spricht man von Leistungsschutzrechten. Nicht gedeckt vom Urheberrecht sind technische und wissenschaftliche Werke, für die das Patentrecht gilt. Ebenso umfasst das Urheberrecht nicht die eigentliche Gestaltung eines urheberrechtlich geschützten Werkes, wie z.B. das Buch für einen Text oder die Drucktechnik für ein Bild.
Wie lange gilt das Urheberrecht?
Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Ist der Autor nicht bekannt, so endet das Recht 70 Jahre nach der Veröffentlichung. Das Leistungsschutzrecht endet nach 50 Jahren. Ein Sänger kann also das Ende dieser Rechte erleben, der Komponist nicht.
Gemeinfreiheit
Dies bezeichnet die Abwesenheit urheberrechtlicher Ansprüche. Gemeinfrei sind Werke nach Ablauf des Urheberrechts, aber auch amtliche Mitteilungen sind stets gemeinfrei. Gemeinfreiheit wird oftmals mit einem durchgestrichenen Copyright-Zeichen dargestellt.
Copyright
Copyright und Urheberrecht sind nicht identisch. Das Copyright betrifft die Nutzungsrechte. Tritt man dies an eine Person ab, so hat diese das Recht, das Werk zu publizieren. Die Urheberrechte werden nicht abgegeben. Allerdings wird dies oft verwechselt. Viele Programmierer schreiben gern ihren Namen hinter ein Copyright-Zeichen, meinen aber eigentlich ihre Urheberschaft. Auch sind nationale Unterschiede zu beachten. Für Amerikaner ist das Copyright, für Deutsche eher das Urheberrecht zentral.
Copyleft
Ein Werk kann frei zur weiteren Verarbeitung angeboten werden. Die Bearbeitung ist aber ein urheberrechtlicher Akt. Somit kann der Autor dieser Bearbeitung die freie Weitergabe einschränken. Lizenzen können die Weitergabe des neuen Werkes unter den gleichen Bedingungen aber erzwingen, was man gemeinhin als CopyLeft bezeichnet.
Abgabe des Urheberrechts
Nach deutschem Recht kann das Urheberrecht nicht abgegeben werden. Im Rest der Welt (z.B. USA) sieht dies teilweise anders aus.
Parodien
Parodien sind erlaubt, wenn sie als solche erkennbar sind. Eine Zustimmung des ursprünglichen Urhebers ist nicht notwendig. Ausgenommen ist die Melodie eines Liedes, hier gilt der "starre Melodieschutz".
Auftrag und Arbeitszeit
Wurde ein Werk während der Arbeitszeit geschaffen bzw. außerhalb der Arbeitszeit, aber im Auftrag der Firma, so erhält man dafür keine Urheberrechte.
(Neu-) Bearbeitung
Bearbeitet man ein Werk, so ergeben sich auch hieraus wieder neue Urheberrechte, da auch die Bearbeitung ein kreativer Schaffensakt ist. Die Bearbeitung bedarf natürlich der Zustimmung des ursprünglichen Urhebers, sofern das Werk noch nicht gemeinfrei ist.

Hier muss aber auch eine große Eigenleistung erkennbar sein. Wer also eine einfache Webseite schnell mit einem Editor zusammenklickt oder sich aus vorgefertigten Samples eines Musikprogramms etwas zurechtzimmert, kann keine besondere Eigenleistung geltend machen.