Kleines Nachschlagewerk Informatik
Die Software-Lizenzen
Worum geht es?
Hier sollen nun die wichtigsten Software-Lizenzen kurz vorgestellt werden.

Es mag erstaunen, dass diese recht einfache Sache durch verschiedene Lizenzen geregelt wird. Da es aber verschiedene Möglichkeiten der Nutzung der Quelltexte gibt und der Autor nicht jede Variante - aus ethischen oder politischen Gründen - zulassen will, kann er durch Wahl einer bestimmten Lizenz regulierend eingreifen.
GNU GPL (General Public License)
Die GNU GPL ist der Klassiker der OpenSource-Lizenzen. Sie existiert mittlerweile in ihrer dritten Version. Die GPL erlaubt die kostenlose Nutzung, auch für kommerzielle Zwecke. Die Weitergabe des Quelltextes ist erlaubt und wird auch erwartet. Man darf das Programm nach eigenen Wünschen anpassen.

Gibt man aber veränderte oder GPL-Software beinhaltende Programme weiter, so muss man dies unter der gleichen Lizenz tun. Zentral ist also das sogenannte CopyLeft. Das ergibt, wie bei der LGPL gezeigt wird, einige Schwierigkeiten. Zum Schluss sei noch der Haftungsausschluss erwähnt, der eigentlich allen OpenSource-Lizenzen eigen ist.

Bekannte GPL-Programme
LGPL (Lesser General Public License)
Da die GPL die Weitergabe veränderter Programme unter der gleichen Lizenz erfordert, gibt es einige Schwierigkeiten. So darf man zwar mit dem GCC kommerzielle Programme erstellen, scheitert aber an deren kommerziellen Verwertung, wenn die C-Lib ebenfalls unter dieser Lizenz stehen würde, denn ohne das Linken dieser Library kann man kein Programm erstellen. Aus diesen Überlegungen heraus ist die LGPL entstanden.

Die LGPL erlaubt die externe Nutzung von LGPL-Software, ohne GPL beim Produkt zu erzwingen. Somit bleibt der GCC unter GPL, die GLIBC steht allerdings unter LGPL. Die Herausgabe des Quelltextes ist ebenso Pflicht.

Bekannte LGPL-Software
BSD - Lizenz (Berkeley Software Distribution)
Die Rechte sind denen der GPL ähnlich, allerdings entfällt das CopyLeft. Programme, welche durch Bearbeitung eines unter BSD-Lizenz stehenden Programms entstanden sind, müssen nicht unter BSD-Lizenz veröffentlicht werden und eine Herausgabe des Quelltextes kann ebenso verweigert werden. Allerdings darf der Copyright-Vermerk des Urhebers nicht entfernt werden.

Aus diesem Grund basiert das kommerzielle Apple-Betriebssystem auf dem BSD-Unix FreeBSD und nicht auf Linux. Android wiederum basiert auf Linux (GPL) und ist demzufolge frei.

Bekannte BSD-Software
MPL (Mozilla Public License)
Die MPL ist eine veränderte LGPL. Sie unterscheidet zwischen Datei- und Werkderivaten. Ein Dateiderivat entstand durch Nutzung von MPL-Dateien, i.A. Quelltexten. Diese müssen unter MPL weitergegeben werden, der Quelltext muss auf Anfrage herausgegeben werden.

Anders verhält es sich bei den Werkderivaten, die MPL-Software, z.B. durch Nutzung von Funktionen, verwenden. Deren Lizenz darf beliebig sein. Diese Lizenz eigent sich somit für modulare Systeme, die durch Bestandteile verschiedenster Lizenzen erweitert werden sollen.

Bekannte MPL-Software